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  • Gaby Hildenbrandt

Mozart in Musical-Verpackung

Aktualisiert: 20. Apr.

Hoch hinaus wollte Komponist Frank Nimsgern mit seiner neuen Produktion für das Festpielhaus Neuschwanstein in Füssen: Mozarts Opern-Meisterwerk "Die Zauberflöte" - diesmal als - Achtung: Musical! Regisseur Benjamin Sadler liess das Stück Weltpremierenluft im Münchner Deutschen Theater schnuppern. Neue Songs, alte Handlung, einiges neu gedacht, aber eben doch nicht konsequent umgesetzt. Während Papageno (Tim Wilhelm) und seine Papagena (Stefanie Gröning - Foto) auf der Bühne in die Luft gehen, stürzt die Aufführung bei der Premiere leider - trotz Star-Besetzung - ab.



Die Solisten, bekannt aus großen Musical-Produktionen, retten den Abend so gut es geht: Patrick Stanke mit starker Liebes-Ballade "Wortlos, sprachlos", Christian Schöne als stimmgewaltiger "Sarastro", der Herrscher der Zauberwelt. Chris Murray ist ein listiger "Monostatos" und sein "Rache ist süß" überzeugt mit Stimme und Darstellung. Misha Kovar (Pamina) und Katja Berg als "Königin der Nacht" bekommen für die berühmte Mozart-Koloratur-Arie - diesmal als rockiges Duett, flankiert von E-Gitarren - verdienten Szenen-Applaus. Altbacken wirken dagegen die vielen Ballett-Aufmärsche, denen moderne Moves gut getan hätten. Da hilft auch die neu hinzugefügte Rolle eines "Kakadu" (Mario Mariano), der für reichlich Spaß sorgen soll, nicht mehr viel.

Ein Rätsel des Abends ist, warum Anna Maria Kaufmann, die Musical Grande Dame, nur für eine Sprechrolle engagiert wurde - als "Orakel", das sehr pathetisch die Handlung verkündet.

Nach drei Stunden Vorstellungsdauer gibt es dennoch höflichen Beifall - im Saal viel geladene Premierengäste und reichlich mitgereiste Angehörige und Mitglieder des Festspielhaus-Fanclubs.

Ab 4. Mai kehrt das Stück für weitere Termine ans Stammhaus im Allgäu zurück - genug Zeit noch für ein bisserl Fine-Tuning am gewünschten Musical-Zauber.


Foto: Michael Böhmländer




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